Das ist eine prima Frage, da wir häufig Dinosaurierdarstellungen in unterschiedlichsten Farben sehen. Wie kommt es dazu? Zunächst einmal stellen wir fest, dass es keine Farben gibt, die „die Dinos“ gehabt haben. Dinosaurier, das ist eine extrem vielfältige Gruppe von Tieren. Gemeinhin denken wir bei dem Wort ‚Dinosaurier‘ an große Tiere, die vor 66 Millionen Jahren ausgestorben sind. Zu dem Zeitpunkt hatte die Gruppe der Dinosaurier schon mehr als 150 Millionen Jahre Erdgeschichte hinter sich. In dieser unvorstellbar langen Zeit gab es eine enorme Vielfalt an Dinosaurierarten. Übrigens, und das hilft uns ein Stück weiter bei der Beantwortung dieser Frage, gibt es noch immer Dinosaurier. Denn ein Zweig der Raubsaurier hat das Massenaussterbeereignis am Ende der Kreidezeit überlebt: die Vögel. Und hier sehen wir, dass die heutigen Vögel ganz unterschiedliche Farben und Gefieder haben. Ähnliches darf man also auch für die ausgestorbenen Dinosaurier annehmen.
Schauen wir auf die Farben der Nichtvogeldinosaurier, dann wissen wir nur wenig sicher. Lange war der einzige Ansatz zu schauen, was gut zu begründen ist. Hier hilf der Blick zu heute lebenden Tieren. Dort treten bestimmte Farbmuster immer wieder auf. Häufig geht es dabei um Tarnung. Die Farbe und das Muster sehen so aus, dass das Tier nicht gut vor dem Hintergrund der Landschaft zu erkennen ist. Dies dient dem Schutz vor Raubtieren, die das Tier im besten Falle nicht erkennen oder umgekehrt der Tarnung von Raubtieren, damit sie sich möglichst unbemerkt einer Beute nähern können. Die Farben sind dabei direkt abhängig von dem Lebensraum, zum Teil sogar von den wechselnden Jahreszeiten (z. B. hat der Schneehase im Sommer ein braunes Fell, im Winter wird es dann weiß). Manchmal ist jedoch auch das Gegenteil der Fall. Es gibt viele Tiere, bei denen besonders die Männchen auffällig gefärbt sind, was wiederum den Weibchen imponiert. Hier liefert der Blick ins Reich der ‚heutigen Dinosaurier‘ eine Vielzahl von Vogelarten, bei denen dies der Fall ist. Mit diesen Ansätzen kann also argumentiert werden, wenn man heute über die Farbgebung ausgestorbener Tiere, zum Beispiel die der Dinosaurier, nachdenkt.
Ein anderer Ansatz bietet mehr Sicherheiten, basiert aber auf sehr seltenen Funden. Es gibt Fossilfunde von meist kleinen Dinosauriern, bei denen das Federkleid noch zu erkennen ist. Hier bekommen wir einen guten Eindruck von der Form des Federkleides, ob beispielsweise besonders lange Schwanzfedern vorhanden waren. Manchmal ist es möglich, dass sich ein Farbmuster erhalten hat. Dies müssen nicht unbedingt die ursprünglichen Farben sein, sondern es ist beispielsweise eine Unterscheidung von hell und dunkel, die sich erhalten hat. Besonders selten ist die Erhaltung von sogenannten Pigmentzellen (Melanosomen) im Fossil. Sie können Auskunft über bestimmte Farben geben, die Federn, Schuppen oder die Haut gehabt haben. Diese sehr genaue Rekonstruktion von Farben gelingt jedoch nur sehr selten, zeigt uns aber besonders für kleine, befiederte Dinosaurier, dass sie bunte Farben gehabt haben können.
Paläontologie und Bodendenkmalpflege, LWL-Museum für Naturkunde mit Planetarium

