Ping-Pong – eine Frage, zwei Antworten.

Warum muss ich zur Schule gehen?

Antwort 1: Schulbildung ist mehr als nur das Wissen aus dem Unterricht!

Schule ist ein Ort, wo du dich ausprobieren kannst. Hier kannst du herausfinden, wie du Freundschaften pflegst, was dich interessiert, was dir gef√§llt oder nicht gef√§llt und wo deine Grenzen liegen. All das ist auch Bildung und sehr wichtig f√ľr das Leben! Daf√ľr sind die Pausen, das freie Spiel oder andere Angebote am Nachmittag da. Angebote au√üerhalb des Unterrichts sind ganz bewusst Zeiten, wo du nicht benotet wirst. In Schulen arbeiten daher oft auch und Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen. Ihr Ziel ist es, dass Schule ein sozialer Raum ist, der von den Kindern mitgestaltet wird und ihnen dabei hilft, ihren Platz in der Welt zu finden. Dann ist Schule mehr als nur ein ‚ÄěMuss‚Äú.

Prof. Dr. Felix Nuss ist Sozialwissenschaftler an der Katholischen Hochschule NRW. Am liebsten erforscht er die M√∂glichkeiten von Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in Schulen und er geht der Frage nach, was Freiheit eigentlich bedeutet.

Antwort 2: Schulbildung ist ein Menschenrecht!

Aus diesem Recht folgt aber nicht zwingend die Pflicht, zur Schule zu gehen. Warum muss die Bildung also in der Schule erfolgen? Daf√ľr gibt es drei wichtige Gr√ľnde: In die Schule zu gehen, sichert dir die gleichen Bildungschancen wie allen anderen Kinder. W√ľrdest du zu Hause unterrichtet werden, w√§re die Gleichheit gef√§hrdet. In die Schule zu gehen, kann dich sch√ľtzen: Stelle dir vor, Eltern w√ľrden ihre Kinder schlecht behandeln. Dann k√∂nnten die Lehrpersonen etwas unternehmen. In der Schule kommst du zudem mit vielen Weltbildern in Kontakt. So kannst du dir deine eigene Meinung bilden. Die Schulpflicht erm√∂glicht es also, dass alle Kinder in gleichem Ma√üe lernen, sicher aufwachsen und andere Sichtweisen kennenlernen k√∂nnen.


Dr. Isabel Lischewski ist Rechtswissenschaftlerin an der Universit√§t M√ľnster. Am liebsten erforscht sie derzeit, wiegenau das Recht auf Bildung durch den Staat umgesetzt werden muss.

Warum können Tiere nicht sprechen?

Antwort 1

Tiere k√∂nnen nicht wie wir Menschen sprechen. Das hat mit ihrer Anatomie (Aufbau des K√∂rpers) und mit ihren geistigen F√§higkeiten (Gr√∂√üe des Gehirns) zu tun. Rein anatomisch k√∂nnen Menschenaffen, wie etwa die Schimpansen, nicht die Vielfalt an Vokalen (a, e, i, o, u) bilden, die wir erzeugen k√∂nnen. So ist bei uns Menschen der Gaumen aufgew√∂lbt und die Zunge hat viel Platz f√ľr die Bildung von T√∂nen. Ebenso wichtig sind die geistigen F√§higkeiten: Das menschliche Gehirn ist im Verlauf der Entwicklung des Menschen enorm gewachsen. Dabei haben sich die Gr√∂√üe des Gehirns und die Ausbildung von Sprache gegenseitig verst√§rkt. Tieren fehlen aber die geistigen F√§higkeiten, um zu sprechen wie wir. Dennoch kommunizieren Tiere miteinander und verf√ľgen √ľber eigene Weisen der Verst√§ndigung.

Dr. Harald Kullmann ist Biologe am Zentrum f√ľr Didaktik der Biologie der Universit√§t M√ľnster. Einige seiner Lieblingsthemen sind Evolutionsbiologie, √Ėkologie und Zoologie.

Antwort 2

Moment, Tiere k√∂nnen doch sprechen! Biene Maja und Willi zanken sich in dem Kinderbuch des Schriftstellers Waldemar Bonsels (1912). Der gestiefelte Kater aus dem M√§rchen der Gebr√ľder Grimm (1812) ist ein pfiffiger Betr√ľger, indem er dem K√∂nig L√ľgen auftischt. In der Tierfabel des Dichters √Ąsop (6. Jhd. v. Chr.) schmeichelt der Fuchs dem Raben und entlockt ihm so ein St√ľck K√§se. In der Literatur sprechen Tiere die menschliche Sprache und das mit langer Tradition. Eine wichtige Funktion sprechender Tiere in Fabeln und M√§rchen ist es, dass sie gesellschaftliche Probleme eindrucksvoll ausdr√ľcken: In dem Buch Die wei√üe W√∂lfin von Vanessa Walder (2022) erz√§hlen zum Beispiel die W√∂lfe von der Bedrohung durch die Menschen. Das kann uns manchmal mehr beeindrucken als ein Sachbuch.

PD Dr. Julia Bodenburg ist Literaturwissenschaftlerin am Germanistischen Institut der Universit√§t M√ľnster. Eines ihrer Lieblingsthemen sind sprechende Tiere in der Literatur ‚Äď und was das mit uns Menschen zu tun hat!