Warum bleibt eine Spinne nicht an ihrem Netz hÀngen?

Nicht alle FĂ€den, die eine Spinne produziert, sind klebrig. Bei den Radnetzen der Gartenkreuzspinnen sind zum Beispiel nur die FĂ€den, die die Spirale des Netzes bilden, klebrig. Die von innen nach außen laufenden Radien des Netzes kleben hingegen nicht. Die Spinne kann also sicher durch ihr Netz laufen, indem sie nur auf die nichtklebenden FĂ€den tritt. Sollte sie aber doch einmal mit einem Fuß einen Klebfaden berĂŒhren, so ist die KontaktflĂ€che zwischen Faden und Fuß so klein, dass die Klebwirkung nicht sehr stark ist. Aus diesem Grund hat sie an den FĂŒĂŸen auch gegabelte Borsten, die die KontaktflĂ€che nochmals reduzieren.

Ein Beute-Insekt hĂ€ngt in der Regel mit dem ganzen Körper im Spinnennetz, sodass die KontaktflĂ€che um ein Vielfaches grĂ¶ĂŸer ist. WĂŒrde man eine Spinne mit dem RĂŒcken in ein Spinnennetz legen, wĂŒrde sie dort auch festkleben (bitte nicht ausprobieren!).

Man findet hĂ€ufig die Angabe, dass die FĂŒĂŸe der Spinnen außerdem mit irgendwelchen Substanzen ĂŒberzogen seien, die ein Festkleben verhindern. Eine Zeit lang wurde diese Ansicht von Experten abgelehnt, aber mittlerweile gibt es Hinweise, dass zumindest einige Spinnenarten tatsĂ€chlich an ihren FĂŒĂŸen ĂŒber eine kleberabweisende Substanz verfĂŒgen.

Dr. Harald Kullmann

Zentrum fĂŒr Didaktik der Biologie

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