Wie könnte man ein Raumschiff zum Saturnmond Enceladus schicken und Fotos von unter dem Eis machen? (Jonathan, 5)

Jonathans Idee: „Man schickt einen Roboter mit Presslufthammer und Augen zum Bilder auf Papier malen. Die Papiere schluckt er tief in sich hinein und speichert sie in seinem Hirn. Die Papiere kann man auf der Erde wieder rausholen.“

Enceladus ist ein Eismond und umkreist den Planeten Saturn, wo es eisig kalt ist. Unter seiner dicken Eisschicht könnte sich trotzdem ein Ozean aus Wasser befinden. Saturn ist sehr weit von der Erde entfernt. Damit man mehr über weit entfernte Planeten und Monde herauszufinden kann, schicken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Raumsonden ins Weltall. Eine Raumsonde ist ein kleiner Roboter, der ins Weltall fliegt und von der Erde aus gesteuert wird. Sie macht Bilder und sammelt Daten, so ähnlich, wie du es mit den „Papieren im Kopf“ beschrieben hast.

Schon viele Raumsonden wurden zu unserem Erdmond oder zu anderen Planeten geschickt. Damit sie ins All gelangen, werden sie mit großen Raketen gestartet. Die Rakete muss stark und schnell genug sein, damit sie die Erde verlassen kann. Der Weg zum Saturn ist sehr weit. Die Raumsonde ist viele Jahre unterwegs. Manchmal nutzt sie die Anziehungskraft anderer Planeten, zum Beispiel von Venus oder Jupiter. Dadurch bekommt die Sonde einen kleinen „Schubs“ und spart Treibstoff. Wenn die Raumsonde beim Saturn ankommt, muss sie abbremsen. Sonst würde sie einfach am Planeten vorbeifliegen. Durch die Anziehungskraft von Saturn beginnt die Sonde um den Planeten zu kreisen. So kann sie auch in die Nähe des Mondes Enceladus gelangen.

Zuerst schaut sich die Raumsonde Enceladus aus der Ferne an. Statt Augen hat sie eine Kamera und kann viele Bilder aufnehmen. Manchmal gibt es auch einen kleinen Roboter, der auf dem Eismond landen kann. Er kann Proben von der Oberfläche nehmen und sie untersuchen. Statt eines Presslufthammers werden andere Instrumente genutzt. Das Problem ist: Die Eisschicht auf Enceladus ist wahrscheinlich mehrere Kilometer dick. Deshalb können wir nicht einfach unter das Eis schauen. Man müsste sehr tief hineinbohren, um an den Ozean zu gelangen und das ist mit einem kleinen Roboter und einem Presslufthammer auf der Oberfläche schwer. Aber Enceladus hat etwas ganz Besonderes: Am Südpol des Mondes wurden sogenannte „Plumes“ beobachtet. „Plumes“ sind Fontänen aus kleinen Eispartikeln. Forschende glauben, dass diese als flüssiges Wasser aus dem Ozean unter dem Eis kommen könnte. Eine Raumsonde kann durch diese Eisfontänen fliegen und kleine Eisteilchen einsammeln. So kann sie mit bestimmten Instrumenten herausfinden, aus was genau das Wasser unter dem Eis zusammengesetzt ist. Die gesammelten Daten schickt die Raumsonde über Funkwellen (wie beim Handy) zurück zur Erde.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) interessiert sich sehr für Enceladus. Ein wichtiger Grund ist die Frage: Könnte es dort Leben geben? Wenn es unter dem Eis einen Ozean mit Wasser gäbe, könnten dort vielleicht kleine Lebewesen existieren. Deshalb will sie in Zukunft eine Raumsonde zu Enceladus schicken. Eine Weltraummission zu planen ist nicht einfach. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen genau überlegen, was sie dort untersuchen wollen, welche Instrumente dafür wichtig sind und wie schwer die Sonde und die Instrumente sein dürfen und noch ganz vieles mehr.

Es bleibt spannend, was wir in Zukunft noch über Enceladus entdecken werden. Vielleicht lernen wir bald schon mehr über diesen geheimnisvollen Eismond.


Diese Antwort wurde für euch von der Masterstudierenden Paula Maria Heitmann beantwortet und von Dr. Markus Patzek fachlich begleitet (beide: Institut für Planetologie , AG Prof. Dr. Gundlach, Experimentelle Planetologie)

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