Warum hält sich die Theorie, dass die Mondlandung „fake“ ist? Was spricht dafür und dagegen?

Die Idee, dass die Mondlandung „fake“ gewesen sein könnte, gehört zu den bekanntesten Verschwörungstheorien der Welt. Die Verschwörungstheorie besagt, dass die erste bemannte Mondlandung der Mission Apollo 11 der NASA, im Jahr 1969, bei der Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten, so nicht stattfand, sondern von der US-amerikanischen Regierung auf der Erde nur simuliert wurde. Obwohl dieses Ereignis eines der am besten dokumentierten der Geschichte ist, glauben einige Menschen bis heute, dass es sich bei der Mondlandung nur um eine Illusion handelt, bei der die US-amerikanische Regierung der Zauberer ist. Wie bei einem Zaubertrick, den man nicht versteht, wirkt auch die Mondlandung für viele geheimnisvoll und nicht vorstellbar. Doch warum hält sich die Theorie so hartnäckig und welche eindeutigen Beweise belegen eine „Entzauberung“ der Mondlandung?

Ein wichtiger Punkt, warum sich die Theorie so hartnäckig hält, ist der Zeitpunkt der Mondlandung. Die Mondlandung fand in einer Zeit statt, in der viele Menschen misstrauisch gegenüber Regierungen waren und diesen nicht vertrauten – besonders in Zeiten des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion. Beide Länder wollten zeigen, dass sie technisch überlegen waren und als jeweils erste Nation, Menschen auf den Mond schickten. Aufgrund dieses Zeitpunktes vermuteten einige Personen damals, dass die USA die Mondlandung nur vorgetäuscht hätten, um im sogenannten „Wettlauf ins All“ besser dazustehen. Außerdem wirkten die Aufnahmen aus dem All für Laien ungewöhnlich, wodurch bei manchen Menschen ein gewisser Zweifel aufkam. Auch bei einem Zaubertrick fragt man sich häufig, wie der Zauberer das gemacht hat und wie genau der Trick funktioniert. Ein anderer Punkt ist, dass viele Fotos und Videos der Landung in einer Zeit ohne Internet entstanden und daher für viele Teile der Bevölkerung unzugänglich waren. Neben dem Zeitpunkt der Mondlandung deuten viele Anhänger*innen der Verschwörungstheorie auf verschiedene Merkmale der veröffentlichten Fotos und Videos hin, welche einen „fake“ der Landung aufzeigen sollen. Zum Beispiel sagen sie, dass auf den Fotos keine Sterne am Himmel zu sehen sind oder dass die Flagge der USA „im Wind weht“, obwohl es auf dem Mond gar keine Luft gibt. Manche behaupten auch, die Schatten auf den Bildern seien unnatürlich oder die Aufnahmen sehen aus wie in einem Filmstudio aufgenommen. In einem Zaubertrick erscheinen Dinge auch oft merkwürdig, solange man nicht weiß, wie der Trick funktioniert.

Doch für all diese Punkte gibt es einfache wissenschaftliche Erklärungen, die den ganzen „Trick“ der Mondlandung entzaubern und zeigen, dass es sich bei dem Ereignis um keine Illusion oder Magie handelt. Dass keine Sterne zu sehen sind, liegt daran, dass die Kameras auf die helle Mondoberfläche eingestellt waren: Schwach leuchtende Sterne konnten so gar nicht sichtbar werden. Die „wehende“ Flagge hatte eine eingebaute Stange, damit sie ausgefaltet bleibt. Durch das Aufstellen der Flagge entstanden Bewegungen, welche auf den Aufnahmen zu sehen sind. Auch die Schatten lassen sich durch die starke ungehinderte Sonneneinstrahlung auf dem Mond erklären. Insgesamt gibt es eine enorme Menge an Beweisen für die echte Mondlandung: Tausende Fotos, Videoaufnahmen, Messdaten und sogar Mondgestein, das zur Erde gebracht und weltweit untersucht wurde. Außerdem verfolgten nicht nur die USA, sondern auch andere Länder, z.B. auch die Sowjetunion, die Mission genau. Hätte es sich um eine Fälschung gehandelt, wäre das höchstwahrscheinlich aufgedeckt worden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Theorie vor allem hält, weil Verschwörungstheorien spannend sind und das generelle Misstrauen, das Menschen gegenüber dem Staat hegen, anspricht und befeuert. Die wissenschaftlichen Belege lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass die Mondlandung tatsächlich stattgefunden hat. Sie spiegelt einen prägenden Moment für die Wissenschaft und für die Menschheit wider. 

Die Mondlandung lässt sich also, wie schon gesagt, gut mit einem Zaubertrick vergleichen: Solange man nicht weiß, wie er funktioniert, wirkt er geheimnisvoll und unmöglich, aber sobald man die Erklärung kennt, merkt man, dass alles ganz logisch und gar nicht mehr so unmöglich ist.

Diese Antwort wurde für euch von dem Masterstudierenden Niclas Sondermann beantwortet und von Dr. Markus Patzek fachlich begleitet (beide: Institut für Planetologie , AG Prof. Dr. Gundlach)

Kategorien: ,