Wie entsteht Holz?

Als nachwachsender Rohstoff fĂŒr Bau, Energie und Papierherstellung hat Holz seit Jahrhunderten und sicher auch noch in Zukunft eine große Bedeutung. Aber wie entsteht es eigentlich?

Holz wird grĂ¶ĂŸtenteils von Laub- und NadelbĂ€umen gebildet. Dort erfĂŒllt es neben der StĂŒtzfunktion noch eine weitere sehr wichtige Aufgabe: den Transport von Wasser und darin gelösten Salzen von den Wurzeln bis in die Baumkrone.

Holz besteht aus vielen kleinen röhrenförmigen Zellen, die das Wasser transportieren. Da dabei ein Unterdruck entsteht, sind diese Zellen mit einer sehr steifen Zellwand ausgestattet, in die wasserabweisende Substanzen eingelagert sind. So kann die Zelle dem Unterdruck standhalten.

Aber wie bildet der Baum Holz? Der SchlĂŒssel fĂŒr die Bildung von Holz ist das sogenannte Kambium, ĂŒber das BĂ€ume verfĂŒgen. Vereinfacht gesagt ist dies ein Ring an Zellen, die sich nach innen und nach außen teilen und dabei verschiedene Gewebe hervorbringen. Nach innen entsteht das Holz und nach außen entsteht der sogenannte Bast. Der Bast ist der lebendige Teil der Rinde, in dem NĂ€hrstoffe wie z.B. Photosynthese-Produkte transportiert werden, wĂ€hrend im Holz in erster Linie Wasser transportiert wird (Abb. 1).

Abb. 1: Schema Aufbau Holz (By Thomas Steiner – ideas from Jugend-Brockhaus, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=782426)

Über den Verlauf des Jahres verĂ€ndern sich die Holzzellen, die vom Kambium gebildet werden. Je weiter das Jahr voranschreitet, desto dicker werden die ZellwĂ€nde des Holzes, bis sich im Winter das Wachstum dann einstellt und erst im FrĂŒhjahr wieder fortsetzt. Dadurch entstehen im Holz die sogenannten Jahresringe (Abb.2). Mit ein bisschen Geduld kann man an einem Querschnitt des Baumstammes also sogar abzĂ€hlen, wie alt der Baum war, als er gefĂ€llt wurde.

Abb. 2: Querschnitt der Jahresringgrenze eines Nadelbaums unter dem Mikroskop (eigene Aufnahme)

Literatur/zum Weiterlesen:

Joachim W. Kadereit, Christian Körner, Peter Nick und Uwe Sonnenwald – Strasburger-Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften, 38. Aufl. Springer 2021

David Sadava, David M. Hillis, H. Craig Heller, Sally D. Hacker – Purves Biologie 10. Aufl. Springer 2019

Vorlesung 4 Sprossachse von Dr. Merit Huber zu Modul Modul 2 „Biologie der Pflanzen“ im WiSe 2022/23 im Studiengang (molekulare) Biologie an der JGU

Nicolas Mack

Dieser Text wurde im Rahmen der Bachelor-Grundvorlesung Botanik erstellt. Betreuung: Jun.-Prof. Dr. Meret Huber, Institut fĂŒr Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie, Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz

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